Die Stiftung Naschet Jenische – gegen das Vergessen

«Wenn ich nicht literarisch töten würde, dann hätte ich in meinem realen Leben töten müssen.»

Mariella Mehr verstarb am Montag, 5. September 2022 im Alter von 74 Jahren. Sie hinterlässt Reportagen, Theaterstücke, Gedichte, Romane gegen das Verdrängen und Vergessen – und die Aufgabe, die Aufarbeitung weiter voranzutreiben.

Die Anlaufstellen der Stiftung Naschet Jenische haben über viele Jahre Jenische, welche von der Aktion „Kinder der Landstrasse“ betroffen sind, bei persönlichen Fragen, bei der Einsicht in mögliche Akten, bei Schwierigkeiten mit verschiedenen Stellen wie Sozialversicherungen, Sozialdiensten, Schule oder auch Krankenkassen und IV begleitet und unterstützt.

Die durch die Covid-Pandemie ausgelöste Krise hat die Anlaufstellen an ihre Grenzen gebracht und aufgezeigt, dass ein umfangreicheres Unterstützungs-Angebot von Nöten ist. Die Stiftung hat daher die Sozialberatung Einzelner an eine neue, eigens dafür gegründete Beratungsstelle der Stiftung Schweizer Fahrende abgegeben.

Seit Januar 2022 können sich Ratsuchende diesbezüglich an Jan Amstutz wenden. Er ist unter der Telefonnummer 031 552 13 14 Mittwoch bis Freitag oder per E-Mail jan.amstutz@stiftung-fahrende.ch erreichbar.

Entgegen anders lautender Gerüchte und Nachrichten setzt sich die Stiftung Naschet Jenische weiterhin für die Aufarbeitung der Aktion „Kinder der Landstrasse“ und die umfassende Rehabilitierung der Betroffenen ein.

Interessierte (Lehrer, Studierende, Journalisten) informiert die Stiftung über die Geschichte der Jenischen und deren aktuelle Situation.

Uschi Waser (Präsidentin der Stiftung Naschet Jenische) führt in Schulen, Fachhochschulen und anderen interessierten Institutionen, Behörden, Sozialämtern und Krankenkassen auf Anfrage Veranstaltungen zur Geschichte und Situation der Jenischen in der Schweiz durch.